Gesamtziele des Projektes

Speziell werden mit diesem Projekt die folgenden übergeordneten Ziele verfolgt:

  • Erstellung eines Qualitätssicherungssystem, in dem ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen betrachtet und bewertet werden, so dass der weitere Ausbau der Bioenergie die Belange alle beteiligten Interessensgruppen beachtet und somit die Akzeptanz in der Gesellschaft verbessert wird 

  • Aufzeigen von Konfliktfeldern und Entwicklung von Lösungsvorschläge die in drei Landkreisen Niedersachsens angewendet werden 

  • Benennung von Handlungsempfehlungen wie zukünftig Probleme mit dem Ausbau der Bioenergie verringert werden können

  • Entwicklung von Instrumenten mit denen der Ausbau auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene nachhaltig gesteuert werden kann.

1.    Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, Anbau- und technische Konzepte unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte zu optimieren.

2.    Weitere Bioenergieprojekte sollen standortangepasst initiiert und deren Prozess beforscht werden.

3.    Aus den Ergebnissen der Teilprojekte werden Bewertungskriterien für unterschiedliche Biomassenutzungskonzepte entwickelt.

4.    Zudem werden Empfehlungen abgeleitet, wie mit der zunehmenden Flächenkonkurrenz der verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten umzugehen ist.

5.    Es soll erforscht werden, inwieweit brachliegende Potenziale z. B. von kontaminierten Flächen für die Energiepflanzengewinnung oder von Holz und Stroh als Brennstoff umweltverträglich erschlossen werden können.


Problembereiche und Problemminimierung bei der Nutzung der heimischen Biomasse für energetische Zwecke

 Problembereiche  Problemminimierung Bearbeitung 
Umwelt-implikationen bei Anbau und Nutzung von Energie-pflanzen Gefahr von Monokulturen, Monotonisierung der Kulturlandschaft  Vergrößerung der Artenvielfalt durch Akzeptanz z.B. von Wildkräutern, Zweikulturnutzung und Mischkulturen   TP 2, SP 3.1 
 Reduktion der Biodiversität; Druck auf Landschaftsschutz-gebiete etc.  Optimimierung des Energiepflanzenbaus im Hinblick auf Natur und Landschaft SP 2.2, SP 2.3 
 Hochwasserschutz  Analyse und Planungsinstrumente, Skalenrelevanz und fachplanerische Festsetzungen SP2.3 
 Humusbilanz der Ackerflächen  Rückfuhr des organischen Gärsubstrates und Teile des Strohs   SP 2.1 
 Bodenerosion  durch verbesserte Anbausysteme Minimierung der Erosion   SP 2.1, SP 2.3 
 Emissionen bei der Verbrennung pflanzlicher Energieträger  Optimierung der Holz- und Strohverbrennung unter Anwendung modernster effizienter Techniken TP 5 
 Treibhausgasbilanz (ins-besondere N2O und CH4)  Standortwahl und Anbauoptimierung bzw. angepasste Nutzung der jeweiligen zu produzierenden Biomasse (inkl. KUP und Grünland) bzw. Nichtnutzung von Flächen  z.T. SP 2.3 
 Konkurrenz Energiepflanzen vs. Nahrungs-/ Futtermittel und biobasierte Rohstoffe  Nutzung von Restbiomassen (Holz, Stroh, sonstige); Energiepflanzenanbau auf kontaminierten Standorten TP 5, TP 6 
 Nutzung belasteter Flächen Nutzungskonzepte und -abwägungen mit ein- und mehrjährigen Energiepflanzen  Nutzungskonzepte und -abwägungen mit ein- und mehrjährigen Energiepflanzen TP 6, TP 5, SP 3.1 
soziale Konfliktbereiche Negativimage von Bioenergie Akteure für positive, nachhaltige Lösungen sensibilisieren und solche Lösungen auf Projekt- und Regionsebene initiieren SP 3.1 
 "Industrialisierung der Landwirtschaft"  Verbesserung der Kommunikationsqualität zwischen Landwirt-schaft und Gesellschaft; Alternativen zu Großprojekten in Form von Planungswerkstätten mit MCDA-Unterstützung erarbeiten  TP 3.1, TP 2 
 Akzeptanzprobleme vor Ort   Beteiligung der Bevölkerung und Landwirte am Prozess, Erhöhung der Identifikation, Verbesserung der Wirtschaftlichkeit  TP 2, TP 3, TP 4, TP 6 
 Veränderung der Wohn-qualität im Anlagenumfeld  Aufklärung und Mitgestaltung der Nutzung z.T. SP 3.1 
 Veränderung der Verkehrsströme (Substratanlieferung und Gärrestabfuhr)  Partizipation bei der Anlagenplanung, Festlegungen in Verträgen und raumplanerischen Vorgaben  z.T. SP 3.1 
 Entwicklung ländlicher Räume  Bioenergie als Massnahme zur Regionalentwicklung (Labelkonzept)   SP 3.2 
 Konflikte bei Standortwahl des BHKW und dem Verlauf des Wärmenetzes  Planungswerkstätten vor Ort, Standortmodellierung  z.T. SP 3.1, TP 4 
 Strom-/Wärmegewinnung und Nutzung vor Ort versus Rohbiogaseinspeisung  bürgernahe Entscheidungsprozesse, regionale Wertschöpfung durch Labeling   z.T. SP 3.1, SP 3.2 

Beispiele der bearbeiteten Problembereiche:

• Monotonisierung der Landschaft
• Reduktion der Biodiversität
• Hochwasserschutz
• Humusbilanzen der Ackerflächen
• Treibhausgasbilanzen
• Emissionen bei der Verbrennung
• Nutzungskonkurrenzen
• Akzeptanzprobleme vor Ort
• Entwicklung ländlicher Räume
• Wärmenutzung von Biogasanlagen